Äthiopien
Die ersten Kaffeetrinker

Die Kaffeesorte Arabica kommt ursprünglich aus Äthiopien und nicht, wie häufig behauptet, aus Brasilien. Äthiopier sind echte Kaffeekenner. Um die Entdeckung des Kaffees ranken sich unzählige Mythen und Legenden: Eine der bekanntesten ist die Geschichte des jungen Hirten Kaldi, der bemerkte, dass seine Ziegen nach dem Verzehr von reifen Früchten der Kaffeepflanze ungewöhnlich munter waren. Die direkten Nachfahren der ersten Kaffeetrinker gehören dem Volk der Oromo an, einem Stamm der etwa 500 Jahre lang in der Region Kaffa lebte. Die Oromo bereiten ihren Kaffee noch heute zu, wie sie es damals taten. Dabei verwerten sie alle genießbaren Bestandteile der Pflanze: Aus den Blättern machen sie einen Aufguss namens Kuti, aus den Fruchthülsen den Hoja, einen Sud, der mit Milch verdünnt getrunken wird, und die leicht gerösteten Bohnen werden zu bunna qela verarbeitet, einem butter- und salzhaltigen Lebensmittel mit hohem Energiewert und tiefer symbolischer Bedeutung. In anderen Teilen des Landes bezeichnet buna ein bekanntes Ritual der Zubereitung von schwarzem Kaffee. Der Kaffee wird von Hand geröstet, in einem Mörser gemahlen und schließlich in einer jebena, der typischen äthiopischen Kaffeekanne aus Ton, aufgegossen.

Die Rezepte
Buna
Äthiopischer Kaffee

In der Region Harar bereiten die Oromo, Larari, Amara und Somali ihren Kaffee ritualartig in einer jebena zu und er wird dann nach Geschmack mit schwarzem Kardamom gewürzt. In anderen Landesteilen werden unterschiedliche Gewürze beigefügt, wie z. B. Ingwer in der Region Kaffa oder Zimt entlang der sudanesischen Grenze. Einige muslimische Gemeinschaften der Region Kaffa geben gern Salz anstatt Zucker in ihren Kaffee, oder sie lassen einen Teelöffel Butter in der Tasse zerschmelzen.

ZUTATEN FÜR EINE JEBENA FÜR 10 PERSONEN
1 Liter Wasser
16 gehäufte Teelöffel Arabica-Kaffee
Ein halber Teelöffel schwarze Kardamomsamen (optional)
Zucker nach Geschmack
Zubereitung

Den Rohkaffee waschen und gut abtropfen lassen. Auf mittlerer Flamme in einem Topf oder einer Pfanne leicht anrösten und ununterbrochen bewegen, um eine gleichmäßige Röstung zu erreichen. Die goldbraun gerösteten Bohnen in eine Tonschüssel geben und abkühlen lassen. Dann mit einer Mühle oder einem traditionellen Mörser aus Holz mahlen. Inzwischen Wasser in die jebena füllen und diese auf den Herd oder, wenn möglich, auf heiße Holzkohle setzen. Wenn das Wasser zu kochen beginnt, den gemahlenen Kaffee nach und nach in die jebena geben. Wenn gewünscht, gemahlene Gewürze zufügen und das Gefäß schwenken, um die Zutaten zu vermischen. 5 bis 15 Minuten ziehen lassen, um einen konzentrierteren Kaffee zu erhalten. Kaffee in Keramiktassen filtern und servieren.


Kuti
Abkochung von Kaffeeblättern

Dieses Getränk ist unter den Oromo und Somali aus der Region Harar sehr verbreitet. Es wird aus den vom Baum gepflückten und in der Sonne getrockneten Blättern (amertassa) des Arabica-Kaffees zubereitet. In der Region Kaffa werden hierfür vom Baum gefallene Blätter verwendet.

ZUTATEN
1 Liter Wasser oder Milch, oder beides zu gleichen Teilen
2 Handvoll Arabica-Kaffeeblätter
Zucker oder Salz nach Geschmack
Zubereitung

Blätter über der Flamme leicht anrösten. Mit den Fingern grob zerkleinern. Wasser getrennt in einem großen Metalltopf zum Kochen bringen. Blätter hineingeben und auf mittlerer Flamme 15 Minuten kochen lassen. Nach Geschmack Zucker zufügen und in Teetassen servieren.