Senegal
Der Heilige Kaffee von Amadou Bamba

Im modernen Senegal hat der Kaffee eine lange Tradition. Auch heute noch trinkt man überall Touba-Kaffee. Perfektioniert wurde dieses Kaffeerezept im späten 19. Jahrhundert von Sheikh Amadou Bamba, dem charismatischen geistlichen Führer der Murid-Sufi-Bruderschaft, von der man sagt, sie habe den Kaffee ins Land geholt. Touba-Kaffee wird mit Nelken und jarr (sogenannter Guinea-Pfeffer) gewürzt: Er bekommt dadurch einen hocharomatischen balsamischen Geschmack und besitzt laut seinem Erfinder auch medizinische Wirkungen. Bambas historische und politische Bedeutung hat aus seinem Kaffee ein identitätsstiftendes Symbol dieser afrikanischen Gemeinschaft gemacht. Deswegen ist Touba fast ausschließlich unter den Senegalesen beliebt. Touba-Kaffee wird in allen Tanganà – den Straßencafés in den Vororten – getrunken, die ein perfektes Beispiel für die landestypische Kultur der Straßenküche darstellen: Diese mit Bänken und großen Tischen sehr einfach möblierten Lokale servieren auch Essen und sind zu jeder Tageszeit gut besucht. Kaffeetrinker aus westlichen Ländern bevorzugen französischen Filterkaffee oder Instantkaffee, den man in einer der wenigen noch existierenden Kolonialbars, wie z. B. der bekannten Safari Bar in Saint-Louis, bekommt.

Die Rezepte
Touba-Kaffee
Senegalesischer Kaffee mit Gewürzen
ZUTATEN FÜR DIE MISCHUNG
Je 100 g Robusta-Kaffeebohnen, noch grün
10 g Jarr-Hülsen (Xylopia aethiopica)
10 g Nelken (optional)
ZUTATEN ZUM BRÜHEN
4 Esslöffel der Kaffee-Gewürz-Mischung
800 ml Wasser
Zucker nach Geschmack
Zubereitung

Die Kaffeebohnen in einer Metallpfanne zusammen mit den Jarr-Hülsen und, falls gewünscht, Gewürznelken rösten. Wenn sie eine schöne, gleichmäßig dunkle Farbe haben, abkühlen lassen und in einem Mörser oder einer Kaffeemühle mahlen. Jetzt das Wasser aufsetzen. Inzwischen einen Textilfilter mit vier Esslöffeln der Kaffee-Gewürz-Mischung über eine Kanne hängen. Das Wasser, wenn es gekocht hat, vorsichtig durch den Filter in die Kanne gießen und ganz austropfen lassen. Dies zwei oder drei Mal wiederholen und dabei jeweils reichlich Zucker hinzugeben. Sehr heiß servieren.


Sandwich oder gefülltes Baguette
Baguette mit senegalesischem Hähnchen
ZUTATEN
1 Hähnchenbrust, gewürfelt
1 Knoblauchzehe
½ Suppenwürfel, zerkrümelt
½ Teelöffel Pfeffer
1 Chilischote (optional)
Erdnussöl
1 Baguette
Mayonnaise oder Butter (optional)
ZUTATEN FÜR DIE SOßE
3 Tomaten
1 Zwiebel
1 Esslöffel Dijon-Senf
½ Zitrone, ausgepresst
Salz
Zubereitung

Die Hähnchenbruststücke mit Pfeffer, Knoblauch und gehacktem Chili sowie zerkrümeltem Suppenwürfel würzen. Gut mischen und eine kurze Zeit ruhen lassen. Inzwischen die Soße aus entkernten und gewürfelten Tomaten, gehackten Zwiebelstücken, Senf und Zitronensaft herstellen. Dann das Erdnussöl in der Pfanne erhitzen. Das Hähnchen in dem sehr heißen Öl braten. Anschließend das aufgeschnittene Baguette mit Butter oder Mayonnaise bestreichen, mit dem gebratenen Hähnchen füllen und Tomatensoße darauf geben. Das Sandwich mit einer Tasse heißem Kaffee servieren.